Einen Mann loslassen – wie geht das?

Liebe Leserin,

in einem Gespräch wurde mir neulich von Sonja (Name geändert) folgender Traum erzählt: „Ich war mit einer Reisetasche unterwegs und stand auf einem Bahnhof. Mein Geld und andere Dokumente hatte ich ein einer Umhängetasche. Ich wollte irgendwie fort – so etwas wie in den Urlaub fahren. Jedenfalls freute ich mich sehr auf die bevorstehende Fahrt.

Ich war von Menschen umgeben, die ich nicht kannte. Als der Zug einfuhr, wollte ich zu dem Wagen, in dem ich einen Platz reserviert hatte. Aber irgendetwas oder irgendjemand hielt mich fest. Ich zerrte an meiner Tasche, die ich ja für die Reise brauchte und sah, wie jemand Fremdes sie am Griff festhielt. Ich war wütend. Ich kannte denjenigen nicht. Sollte ich beraubt werden? fragte ich mich. Der Zug hatte längst angehalten und ich konnte mich nicht befreien. Dann sah ich im Traum wie der Zug ohne mich abfuhr. Übrig blieb ein Gefühl der Verzweiflung.“

Der Grund unseres Gespräches war, das ihre Beziehung in die Brüche gegangen war. Der Partner hatte sich von Sonja nach sechs Jahren getrennt. Das war für sie natürlich sehr schmerzlich, wo sie doch so schöne Zeiten mit ihm erlebt hatte. „Zugegeben, die letzten Monate waren sehr angespannt und es kam oft zu Streitereien. Er schlief öfter bei seinen Eltern (sagte er), um die Situation nicht noch mehr eskalieren zu lassen.“

So schilderte Sonja ihre Situation. Das Problem war, dass sie ihn einfach nicht vergessen, geschweige denn loslassen konnte. Sie beschrieb mir, wie sie fast Tag und Nacht an ihn denken musste, sich während der Arbeit nur schwer konzentrieren konnte, und sich in ihr ein immer größer werdendes Gefühl der Verzweiflung breit machte.

Double exposure of a young couple enjoying sunset on beach

Ich begriff, dass dieser Traum eigentlich nichts anderes widerspiegelte als das, was sie gerade erlebte.

Sie wollte glücklich sein, einen Neuanfang wagen, aber die Vergangenheit hielt sie fest im Griff. So fuhr der Zug ohne sie ab.

Immer wieder werde ich mit der Frage konfrontiert: Wie mache ich das – LOSLASSEN?

Das betrifft ja nicht nur gescheiterte Beziehungen. Auch Kinder müssen losgelassen werden, Gewohnheiten die uns schaden, liebe Menschen die gestorben sind u.v.m.

Zugegeben ist das eine der schweren Lektionen im Leben. Wir sind von Natur aus auf Kontinuität und Gewinn programmiert. Verlust und loslassen sind schmerzhafte Erfahrungen, die wir gerne vermeiden wollen, sich aber nicht vermeiden lassen.

Ich möchte Ihnen in diesem Artikel drei Tipps geben, die Ihnen helfen können mit dem Schmerz des Loslassens besser umgehen zu können:

  1. Wenn Sie den Eindruck haben „hier ist nichts mehr zu gewinnen“ dann versuchen sie im Rückblick für das dankbar zu sein, was Sie in der Beziehung gewonnen und erlebt haben. Schreiben sie es auf und verinnerlichen Sie das Gewonnene und machen sie es sich zu Eigen. Ein Großteil des Trennungsschmerzes kommt oft daher, dass man krampfhaft versucht, sich die andere Person oder gar die gesamte Beziehung schlecht zu reden. Das ist aber bloß unnötige Energieverschwendung – aus jeder Beziehung kann man etwas lernen.
  1. Bedenken Sie, dass ein Verlust immer auch mit Trauer verbunden ist. Trauer ist ein Seelenzustand, der heilen kann. Aber der Heilungsprozess geht nicht innerhalb von wenigen Tagen vonstatten. Oft dauert er wesentlich länger. Da hilft es, mit anderen darüber zu reden, die Verständnis dafür haben und sich mit solchen Prozessen auskennen. Es hilft nicht, sich sagen zu lassen: „Kopf hoch! Es wird schon wieder.“ Zwar ist dieser Rat nicht ganz falsch, aber im Trauerprozess hilft er wenig. Ein guter und verständnisvoller Zuhörer (Zuhörerin) kann ohne Ratschläge mehr bewirken.
  1. Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie immer gerne gemacht haben und versuchen sie es zu tun, auch wenn es Überwindung kostet. Mal shoppen, mal ins Kino gehen, Sport treiben oder was es auch sei…. Wichtig dabei ist, die Gedanken auf etwas ganz anderes zu lenken und die quälenden Gedanken mal abzuschalten. Das schafft Luft für die Seele und fördert den „Genesungsprozess“.

Pensive happy woman rememberingIm Traum wäre es besser gelaufen wenn Sonja die Tasche losgelassen hätte. Dann wäre ihr die Verzweiflung erspart geblieben um den Preis des Verlustes. Aber dafür hätte sie ihren Zug erreicht und ihre schöne Reise antreten können.

In diesem Sinne, liebe Leserin: Loslassen ist nicht leicht, aber wer nicht loslassen kann, kommt nicht vorwärts…

Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Stärke dafür.

Alles Gute!

Ihr Freund

Christian Sander

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